NEUROBORRELIOSE
Neuro-Borreliose

Manche Autoren schreiben das Wort Neuroborreliose auch mit Bindestrich: Neuro-Borreliose

Was versteht man unter dem Begriff "Neuroborreliose"? 

Als Neuroborreliose bezeichnet man im Rahmen einer Borrelieninfekt ion nach Zec kenstich Symptome (= Krankheitszeichen), die das Nervensystem betreffen. Nicht selten tritt die Neuroborreliose (zunächst) als einziges Krankheitszeichen auf und weist so den Weg zu der eigentlichen Erkrankung (Ly me-Borrel iose). Zu einer Neuro-Borreliose kommt es bei etwa 10-15% der Borrel iosepatienten.

Im Stadium 1 der Borrel iose-Erkrankung kann klinisch eine Rötung (Eryt hema-m igrans) beobachtet werden (3.-30. Tag nach einem Zeckenstich). Zugleich berichten die Betroffenen über grippeähnliche Symptome und starker Müdigkeit.
Der Arzt kann in diesen Fällen sofort mit einer antibiotischen Behandlung beginnen, die dann in der Regel erfolgreich verläuft.

Da jedoch ca.25 % der Betroffenen keine Rötung (Eryt hema-m igrans) nach dem Zec kenstich entwickeln und sich auch nicht an einen Zec kenstich erinnern (dieser ist in der Regel auch nicht schmerzhaft), kann die Krankheit weiter fortschreiten und zu einer Neuroborreliose führen. Dies geschieht im Stadium 2 bis 3 (Monate und Jahre nach der Infekt ion). 

Die Krankheitszeichen der Neuroborreliose können ganz unterschiedlicher Art sein.

Es können „harmlose“ Zeichen, wie Ameisenlaufen oder Taubheitsgefühle auftreten, aber auch schwerwiegende Symptome wie Lähmungen im Gesic htsbereich (Facialisparese) oder Hirnhautreizungen oder sogar Hirnhautentzündungen (nicht zu verwechseln mit FSME, die durch Vieren entsteht).

Die häufigsten Krankheitserscheinungen einer Neuroborreliose:

In diesem späten Stadium (Stadium 2-3) der Neuroborreliose werden die Symptome oft anderen Erkrankungen zugeordnet z.B.: Multiple Sklerose, Alzheimer Erkrankung, oder Schlaganfall u.a..

Eine möglichst frühzeitige (und richtige) Diagnose sowie Behandlung ist äußerst wichtig, um eine spätere chronische Erkrankung und damit auch eine Neuroborreliose zu verhindern.

Wie kommt es überhaupt zu einer Borreliose bzw. Neuro-Borreliose?

Die Übertragung des Bakteriums (Borrelia-burgdorferi) auf den Mensch erfolgt durch Zec ken, diese gehören zu den Spinnentieren und durchlaufen 4 Stadien: 

  1. Das Ei  (für eine Übertragung nicht interessant.)
  2. Die Larve (befällt hauptsächlich Kleinsäuger, selten Menschen)
  3. Die Nymphe (befällt auch schon Menschen.)
  4. Die ausgewachsene Zecke (sucht sich neben größeren Säugern auch Menschen als Wirt)

Um von einem Stadium zum nächsten zu gelangen benötigt die Zecke eine Blutmahlzeit. Sie bohrt einen mit Widerhaken besetzten Saugrüssel in die Haut des Opfers (daher Zec kenstich und nicht Biss) und saugt bis zu 4 Tage lang Blut um sich danach abfallen zu lassen.
Da sich der Borreliose-Erreger im Darm der
Zec ke befindet, gelangt er nicht sofort in den menschlichen Körper, sondern erst nach 24- 36 Stunden. Daher kann eine rechtzeitige Entfernung der Zec ke der Borreliose oder Neuro-Borreliose vorzubeugen.

Die Entfernung der Zec ke sollte durch eine Splitterpinzette oder durch eine Zec kenzange geschehen. Die Zec ke wird am Kop f herausgezogen (mit oder ohne Drehung). Erst danach wird die betroffene Hautstelle desinfiziert. Auf keinen Fall sollte man die Zec ke vorher mit Öl oder Klebstoff behandeln.

Übrigens: eine Zec ke kann bis zu einem Jahr ohne Mahlzeit auskommen und wird bis zu 6 Jahre alt.

Diagnostik: 

Bei Verdacht auf Neuroborreliose sollte grundsätzlich auch der Liquor cerebrospinalis (= das Hirnwasser) untersucht werden (Liquor/Serum-Paar vom selben Tag). 
Ansonsten erlangt die sog. Polymerase-Kettenreaktion (PCR) eine zunehmende Bedeutung, weil mit dieser Methode innerhalb kurzer Zeit bereits geringe Mengen an Spirochäten nachgewiesen werden können. Der Nachweis spezifischer Genanteile (Nukleinsäuren) hat den Vorteil, daß lebende Organismen nicht vorhanden sein müssen und es daher beim Transport der Proben keiner besonderen Vorsichtsmaßnahme bedarf.

Schmerztherapie bei Neuroborreliose:

Im Stadium II der Borreliose treten ja neurologische Manifestationen (= Erkennbarwerden einer Erkrankung) (Neuro-Borreliose) am häufigsten auf, insbesondere die lymphozytäre Meningoradikulitis (LMR) mit typischer klinischer Symptomatik in Form von radikulären (= Ner venwurzel betreffenden) Schmerzen, häufig als quälend und brennend charakterisiert mit nächtlichen Schmerzexazerbationen (= Verschlimmerungen)

In unserem bisherigen Patientengut war diesbezüglich hauptsächlich der
Pl exus lumbal is (= Nervengeflecht aus der Lendenwir belsäule) betroffen, seltener der N. ischiadicus. Obwohl davon auszugehen ist, daß die ursächlichen Läsionen das Zentralnervensystem bzw. Rückenmark betreffen, haben wir mit der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von "peripheren" Blockaden des Pl exus lumbal is bzw. des N. ischiadicus gute Erfolge gesehen, insbes. in der kontinuierlichen Form mit eigepflanztem Katheter (* siehe unten). Wahrscheinlich ist dies darauf zurückzuführen, daß gleichzeitig auch das sympathische System gestört bzw. betroffen ist und der Pl exus lumbal is ja reichlich vegetative Fasern mit sich führt, gleiches gilt für den N. isch iadicus
Als nächst höhere Therapiestufe käme bei Neuroborreliose dann auch die kontinuierliche epidurale
(= rückenmarknahe) Blockade in Frage.

Nach erfolgloser antibiotischer Basistherapie kann zur Schmerztherapie bei Neuroborreliose ambulant zunächst Baclofen (z.B. Lioresal®) versucht werden. Teilweise hilft auch Carbamazepin (z.B Tegretal®) oder Gabapentin (z.B. Neurontin®) (die Kombination mit Baclofen ist ebenfalls wirksam und spart Carbamazepin bzw. Gabapentin ein, womit eine höhere Dosierung und die damit verbundenen Nebenwirkungen vermieden werden kann).

Methodenbeschreibung "Kontinuierliche (repetitive) Nervenblockaden mit Katheter":

  1. Nervus femoralis (vorderer Oberschenkelnerv): Bei dieser Methode suchen wir von der Vorderseite des Oberschenkels her, handbreit unterhalb des Leistenbandes mit einer Kanüle in der Tiefe den Oberschenkelnerv auf und legen in die Nervenscheide (Gewebsumhüllung des Nerven) einen dünnen Kunststoffschlauch (Katheter) ein. In den nächsten 2-3 Wochen spritzen wir dann mehrmals täglich eine verdünnte örtliche Betäubungsmittellösung ein. Dabei wählen wir die Konzentration des Wirkstoffes so, daß die grobe Kraft und damit die Beweglichkeit erhalten bleibt, aber die Schmerzempfindlichkeit deutlich herabgesetzt oder gar aufgehoben ist.
    Anwendungsbereiche
    : (vordere) Oberschenkelschmerzen und zum Teil Unterschenkelbeschwerden (vorderer und innerer Anteil).

  2. Gegen Schmerzen im Hüft- und Le istenbereich kann vorgenannte Methode verändert angewendet werden (der sog. 3 in 1-Block oder die Pl exus lumbal is-Blockade): Wenn man die Menge der örtlichen Betäubungsmittellösung erhöht (ca. 25-35 ml) und während des Einspritzens den Oberschen kel abstaut, wird die Wirkstofflösung nach oben getrieben (innerhalb der Nervenscheide) und betäubt weitere Nerven, die die genannten Körpergebiete versorgen.

  3. N. isch iadicus: Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkelrückseite her, handbreit unter dem Gesä ß, den Ischiasnerv in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nervenscheide (Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit.
    Anwendungsbereiche: rückwärtiger
    Oberschen kel, hinterer und äußerer Unterschen kel, Fu ß

  4. Plexus brachialis: Die Einpflanzung des Katheters erfolgt nahe der Achselhöhle am inneren Oberarm oder im seitlichen unteren Halsbereich (der sog. interskalenäre Zugang).
    Anwendungsbereiche: der ganze Arm einschließlich Ellen bogen- und Han dgelenke, in der sog. retrograd hohen Variante oder beim interskalenären Zugang auch die Schu lter.

A Ablatio mammae, Algodystrophie, Allodynie, Amputation, apoplektischer Insult, Apoplex, Armamputation, periphere arterielle Durchblutungsstörung, arterielle Verschlußkrankheit, Arthralgie, Arthrose (1), Arthrose (2), Arthrose im Schultergelenk, atypische Gesichtsschmerzen,
B
Bandscheibenprotrusion, Bandscheibenvorfall, Bandscheibenvorwölbungen, Bechterew Krankheit, Bechterew Syndrom, Beinamputation, Bein-offenes, Beschleunigungstrauma, Bewegungsschmerz, Bing-Horton-Kopfschmerzen, Bing-Horton-Syndrom, Blasenentzündungen, Brachialgia paraesthetica, Brachialgien, Brennschmerz, Brustamputation, Brustoperation, chronische Brustwirbelsäulenschmerzen, Bursitis, Bursitis infrapatellaris, Bursitis praepattelaris, BWS-Syndrom
C
Carpaltunnelsyndrom, cerebraler Insult, Chondropathie, Cluster-Kopfschmerzen, Coccygodynie, Colitis, Colitis-ulcerosa, Colitis ulzerosa, Colon-irritabile, Costen Syndrom, Clusterkopfschmerz, Coxarthrose, Craniomandibuläre Dysfunktion, CRPS,
D
Deafferenzierungsschmerzen, diabetische PolyneuropathieDorsalgie, Dysästhesien, Dyspepsie, Dystrophie, Dystrophie-Syndrom
E
Eingeweideschmerzen, Ellenbogenschmerz, Encephalomyelitis, Engpaßsyndrome, Enteritis, Enteritis regionalis Crohn, Enteritis regionalis, Entzündung der Kieferhöhle, Entzündung von Schleimbeitel, chronische Entzündung der Stirnhöhle, Entzugskopfschmerz, EnzephalomyelitisEncephalomyelitis, Epikondylitis, Epicondylopathia, Epicondylitis, Erythromelalgie,
F
Facettensyndrom, Fasciitis, Fersensporn, Fibromyalgie (1), Fibromyalgie (2), Fibromyalgie (3), Fibromyalgie-Erkrankung, Fibromyalgie-Syndrom, Fibrositis-Syndrom, Frozen Shoulder,
G
Gastralgie, Gehirnblutung, Gehirnschlag, Gelenkschmerz, Gelenkentzündungen, Gesichtsrose, Gleitwirbel, Glossopharyngeusneuralgie, Golferellenbogen, Gonarthrose, Gürtelrose
H hämorrhagischer Insult, Haglundferse, Halbseitenlähmung, Handgelenksarthrose, Hemialgesie, Hemikranie, Hemiparese, Hemiplegia, Hemiplegie, Herpes zoster, Hirnblutung, Hirnschlag, HistaminkopfschmerzHörsturz, Hüftarthrose, Hüftgelenkarthrose, Hüftgelenksentzündung, HWS-Syndrom, Hyperästhesie, Hyperalgesie,
I
Idiopathischer Kopfschmerz, ImpingementsyndromInsertionstendopathie, InsultIntermediusneuralgie, IschialgieIschias, Ischiassyndrom, Ischiolumbalgie
K
Kalkaneodynie, Karpaltunnelsyndrom, Kniearthrose, Kniegelenkarthrose, Kniegelenksschmerzen, Koccygodynie, Kokzygodynie, Kolitis, Kolitis ulcerosa, Kolon irritabile, Kombinationskopfschmerz, KompressionssyndromKnochenentzündungen, Kopfschmerzen vom Spannungstyp, Krämpfe in den Waden, Krämpfe in der Wade, Kraniomandibuläre Dysfunktion, Koxarthrose, Krebserkrankung,
L Lumbalgie, Lumboischialgie, LWS-Syndrom, Lymphödem, Lymphödeme 
M
Magenschleimhautentzündung, Mastodynie, Metatarsalgie, Migräne (1),  Migräne (2), MononeuropathieMorbus Bechterew, M. Crohn (1), Morbus Crohn (2), Morbus-Krohn, Morbus Scheuermann, Morbus Sudeck, Morton Neuralgie, Multiple Sklerose, Myalgie,  myofaziales Schmerzsyndrom
N
Nacken-Zungen-Syndrom, Nasoziliarneuralgie, Nebenhöhlenentzündungen, Neck-tongue-Syndrom, Nervenentzündung, Nervenkompressionssyndrom, Nervenwurzelkompressionssyndrom, Neuralgie, Neuralgische SchulteramyotrophieNeuritis, Neuroborreliose, Neuropathien,
O Offene Beine, offenes Bein, Okzipitalsyndrom, Omalgie, Osteochondrose, Osteochondrosen, Osteochondrosis, Osteoporose,
P Paraparese, Paraplegia, Paraplegieparoxysmale HemikraniePelvipathie, Periarthritis, Periarthropathia humeroscapularis, Periarthropathie, periphere arterielle Durchblutungsstörungen, periphere arterielle VerschlußkrankheitenPhantomschmerz, Phantomschmerzen, Polymyalgia, Polyneuropathien, Postherpetische Neuralgie, Postdiskektomie-Syndrom, Postdiskotomie-Syndrom, Postnukleotomie-Syndrom, Postthrombotisches Syndrom, Posttraumatische Kopfschmerzen, Postzosterneuralgie, Postzosterische Neuralgie, Processus styloideus-Syndrom, Proktodynie, Pronator teres-Syndrom, pseudoradikuläre Syndrome, Pudendusneuralgie 
Q
Querschnittlähmung, Querschnittläsion, Querschnittsläsion, Querschnittssyndrom
R
Radikuläre Syndrome, Raynaud,
Reflexdystrophie, Reizdarm, Reizdarm-Syndrom, Reizdarmsyndrom, Reizkolon, Restless legs, Restless-legs-Syndrom, rheumatische Schmerzen,
S
Sakralgie, Sakroiliitis, Sakroiliakalgelenk,
Schaufensterkrankheit, Schiefhals, Schlaganfall, Schleimbeutelentzündung, Schleudertrauma (1), Schleudertrauma (2), Schmerztherapie bei Karzinom, Schmerzen bei Entzündung, Schmerzen bei Gürtelrose / Schmerzen nach Gürtelrose, Schmerzen bei Tumor, chronische Schmerzmittelkopfschmerz, Schmerztherapie bei Krebs, Schmerztherapie bei Malignom, Schmerztherapie bei Polyneuropathie, Schulter-Arm-Syndrom, Schultergelenkarthrose, Schultergelenksenzündung, Schultergürtelkompressionssyndrom, Sehnenentzündung, Sehnenscheidenentzündung, Sinusitis frontalis, Sehnenscheidenentzündungen, Sinusitis maxillaris, Skalenussyndrom, Skoliose, somatoforme Schmerzstörungen, Spannungskopfschmerz, Spondylarthropathie, Spondylarthrose, Spondylarthrosen, Spondylitis ankylopoetica, Spondylolisthesis, Spondylose, Sprunggelenksarthrose, Sudeck, Sudeck Syndrom, Sympathalgiesympathische Reflexdystrophie, Symphysen-Syndrom, Syndrom des Ischias, Syndrom des Skalenus, Syringomyelie
T Tendinose, Tendopathie, Tendomyopathie, Tendovaginitis, Tenosynovitis, Tennisarm, Thorakalsyndrom, Thrombangiitis, Tietze-Syndrom, Trigeminus-Neuralgie, Trigeminusneuralgie,
Tumorschmerz (1), Tumorschmerz (2), Tumorschmerztherapie
U Überlastungssyndrome, Ulcera cruris, Ulcus cruris, Ulkus cruris

V
vaskuläre Kopfschmerzen, vasomotorischer-Kopfschmerz, Verschlußkrankheit, Vertebralsyndrom, Verwachsungsbauch, venöse Durchblutungsstörung, Viszerale Schmerzen, viscerale Schmerzen,
W
Wadenkrämpfe, Wadenkrampf,
Weichteilrheumatismus, Weichteilschmerzen, Wirbelsäulensyndrom, Wurzelkompressionssyndrome, Wurzelreizsyndrom, Wurzelsyndrom
Z
Zephalgie, zentrales Schmerzsyndrom, zerebraler Insult, zentrale Schmerzsyndrome, Zervikalgie, Zervikobrachialgie, Zoster-Neuralgie, Zosterschmerz,

Schmerzklinik (1): www.schmerzklinik-1a.de, Schmerzklinik (2): www.schmerzklinik-1.de